Montag, 4. Januar 2016

Rezension: "How To Be Parisian "

Titel:
How To Be Parisian wherever you are - 
Liebe, Stil und Lässigkeit à la française
Originalsprache: Französisch
Autorin: Anne Berest,
Caroline De Maigret,
Audrey Diwan,

Sophie Mas
Originaltitel: How To Be Parisian
Seiten: 272
Verlag: btb Verlag
Preis:14,99 Euro



 



Inhalt:

Millionen Frauen überall auf der Welt wollen so sein wie sie: die Pariserin. Denn nur sie schafft es, mit Stil, Charme und beneidenswerter Lässigkeit durchs Leben zu gehen. Sie sieht immer gut aus – obwohl sie sich keine Gedanken darüber macht, was sie morgens aus dem Kleiderschrank zieht. Sie ist eine liebevolle Mutter – und fährt trotzdem auch ohne Anhang an die Côte d‘Azur. Sie stellt toujours strikte Regeln auf – nur um jede einzelne von ihnen mit Genuss zu brechen ...
In How to be Parisian enthüllen vier Pariser Lifestyle-Ikonen mit viel Selbstironie und Witz den Mythos der Pariser Frau: ihre Allüren, ihre Nonchalance, ihren Style, wie sie liebt und wie sie ihre Tage und Nächte verbringt. Ihre wichtigste Lektion: Um eine echte Pariserin zu sein, kommt es nicht auf die Herkunft an – sondern allein auf die Einstellung!
  Cover:
Die Aufmachung des Buches finde ich in der Tat sehr ansprechend - Schlicht in schwarz weiß mit einem hochwertigen Einband. Es sieht gut aus und gibt einen netten Blickfang in jedem Bücherregal.


Schreibstil:

Da da Buch von vier verschiedenen Autorinnen verfasst ist, hat der Leser es auch mit  unterschiedlichen Schreibstilen und Perspektiven  zu tun. Manchmal ist es mir aufgefallen und hat mich irritiert, manchmal auch nicht. Die Kapitel sind sehr kurz, das kürzeste Kapitel umfasst lediglich eine halbe Seite. Einen roten Faden habe ich nicht so recht finden können, hat mich aber nicht weiter gestört, weil es eigentlich immer auf die typische Pariserin und ihre Verhaltensweisen abzielt. Die Fließtexte sind recht kurz aber sehr unterhaltsam und teilweise sehr ironisch geschrieben. Es werden immer Hinweise gegeben, was eine typische Pariserin tut oder eben auch nicht. Das kann man mögen, muss man aber nicht!

Charaktere:

Die typische Pariser Frau eben, mit dem besonderen Charme der Pariserinnen. Die Männer finden sie toll, sie erscheint ihnen unerreichbar und anziehend, für die Nicht-Pariser Frauen scheint sie bewundernswert, und so zu sein wie sie wird als erstrebenswert dargestellt. Die Pariserin an und für sich wird nicht als die ultimative Frau dargestellt, sondern als eine frau  mit Macken und Makeln. Man geht davon aus, dass Französinnen sinnlicher und natürlicher seien als die schönheitsoperierte Amerikanerinnen, weil sie mit ungekämmten Haaren und ungeschminkt trotzdem wunderschön aussehen.

Zitat:
„Wenn du deinen Hintern nicht besonders magst, dann gehe seitlich, mit dem Rücken zur wand, und zeig statt dessen deine Brüste. Wenn deine Beine zu kurz sind, oder deine Hüften zu breit, geh auf Zehenspitzen. Wenn du deinen Busen nicht magst, ... lass ihn dir machen."
Du bist keine Sklavin des Körperkultes - also mach das Beste aus dem, was dir die Natur gegeben hat.
Seite 174; Nackt sein

Meine Meinung:
Sehr neugierig habe ich dieses Buch zur Hand genommen, in der Annahme, etwas über die Mode und den speziellen Stil einer Frau mit pariser Schick zu erfahren. Optisch hat mir das Buch gut gefallen, es enthält viele ansprechende Bilder, Rezepte, Zitate und Tipps in Hülle und Fülle, wie sich eine Frau mit Stil zu verhalten hat. Das obige Zitat ist nur ein Beispiel dafür, wie widerspüchlich viele Hinweise sind. Das soll wohl humorvoll und ironisch gemeint sein, aber an manchen Stellen fiel es mit schwer, darüber zu lächeln. Aber vielleicht verstehe ich es auch einfach nur nicht. Außerdem mag ich es nicht besonders, wenn mir ein bestimmter Typ Frau als ein Ideal vorgestellt wird, nach dem ich streben sollte. Warum will man mir einreden, ich sollte wie eine Pariserin sein? Es ist doch schon schwierig genug, erstmal zu wissen, wer man selbst sein möchte. Immer wieder wird aber auch die Ermutigung ausgeprochen, man solle zu seinen Unvollkommenheiten stehen. So weit, so gut.
Die Autorinnen geben eine Auswahl an Strategien vor, wie man ihn glauben lassen kann, man habe eine Affäre. Warum das, bitteschön?  Und wenn er anruft, wird einem geraten, als Frau solle man beschäftigt tun und Desinteresse signalisieren. Die Techniken funktionieren bestimmt auch, können aber auch nach hinten losgehen. Was, wenn man Interesse hat, und er das falsche Signal empfängt und sich nicht mehr meldet? Ein bisschen viel Trickserei für meinen Geschmack. Man muss ja nicht hechelnd und sabbernd vor ihm stehen, okay, aber so ganz absichtsvoll absichtslos sein? Ich weiß nicht! Und dann die Idee, mit dem Hintern an der Wand lang zu schleichen, weil Frau ihr Allerwertester unvollkommen erscheint! Entweder Frau lacht, oder schüttelt den Kopf. Das soll emanzipiert sein? Am besten nicht ernst nehmen, dann kann man wenigstens lachen. Das sollte Frau mal einem Mann raten, auf die Reaktion bin ich gespannt.

Fazit:
Für Frauen, die sich für Mode und das Pariser Leben interessieren, kann dieses Buch interessant sein. Paris ist sicher eine faszinierende Stadt, und ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich dafür interessiert, wie die Pariserinnen leben. Wer jedoch zu sich selber finden will, sollte nicht jeden Rat unreflektiert übernehmen.



3 von Fünf Sternen. Schön aufgemachtes Buch, mit einigen Abzügen für Verallgemeinerungen und widersprüchen.